LE PEUPLE DES ARBRES

DAS VOLK DER BÄUME Der Fotograf Christian Dupré präsentiert eine Fotoserie mit dem Titel „Das Volk der Bäume“, die von zwei Videoinstallationen begleitet wird, die von Anne-Laure Dupré @annelaureonearth realisiert wurden. Die Bilder und Videos wurden in Costa Rica und auf Madeira aufgenommen. Diese lebenden Naturen lassen den Betrachter in einen Wald aus Symbolen eintauchen. Wie Mandalas laden sie uns ein, in uns zu gehen und zu beobachten. Ein wenig Stille und das Auge taucht immer tiefer in den dichten, vibrierenden und intensiven Dschungel ein. Jeder wird dort das sehen, was er sehen will, von diesem Volk der Bäume, das uns aus dem Schatten heraus beobachtet. Ob grün, nebelverhangen oder fast monochromatisch, die Bilder sind eine Einladung zu einer inneren Reise. Die Fotografien von Christian Dupré werden in der jahrhundertealten Mineralität des Klosters Part-Dieu präsentiert, begleitet von zwei Videoinstallationen von Anne-Laure Dupré. „Le peuple des arbres“ ist ein 13-minütiges Video, das aus Klängen und Bildern zusammengesetzt ist, die in Costa Rica, Madeira und Argentinien aufgenommen wurden, um einen poetischen und geheimnisvollen Wald zu rekreieren. „La danse des feuilles“ ist ein 4-minütiges Mapping-Video, bei dem die Bilder auf ein handgefertigtes Papier mit eingelegten Pflanzenabdrücken projiziert werden. Die Fotografien von Christian Dupré werden mit einem Pigmenttintenstrahldrucker auf nepalesisches Papier gedruckt, das aus der Rinde eines Baumes, dem Lokta, hergestellt wird.

2023 I LE PEUPLE DES ARBRES I Einzelausstellung I Festival Altitudes I Schweiz

 
 

INNER LANDSCAPE

INNERE LANDSCHAFT Schließen Sie die Augen. Schließen Sie die Augen, ohne aufzuhören zu sehen. In dieser von Lichtern zerkratzten Nacht gibt es eine Welt. In dieser knisternden Dunkelheit gibt es innere Landschaften. Die Fotografien von Christian Dupré versuchen nicht, das Sichtbare zu reproduzieren, sondern folgen den Spuren einer flüchtigen Welt. Jenseits der sinnlich wahrnehmbaren Realität präsentieren sich die Bilder wie Erinnerungen. Man nimmt einen Glanz wahr, Reflexionen, etwas vibriert. Der Druck auf nepalesischem Papier verstärkt diesen Effekt. Man fragt sich: Ist das noch Fotografie? Ist es nicht etwas anderes? Ist es ein Schnappschuss, der gemacht wird? Oder ist es eine Momentaufnahme einer Welt, die sich spontan offenbart? Diese Landschaften existieren. Irgendwo da draußen. In den Augen von jemandem. Vielleicht in Ihren Augen.

2019 I INNER LANDSCAPE I Duo-Ausstellung I Galerie Im Gjätt I Bern I Schweiz

 

HIMALAYA

Seit dreißig Jahren wandert Christian Dupré durch die Himalaya-Kette und ist mit ihrem Licht verbunden. Als Fotograf und Bergführer hat er Tausende von Bildern aufgenommen. Subjektive Ansichten, die den weiten Landschaften den Anschein von inneren Landschaften verleihen. Seine Fotografien sind nicht der Reproduktion des Sichtbaren gewidmet, sondern folgen den Spuren einer flüchtigen Welt. Die Arbeit des Gruyère ist von der Frage der Gegenständlichkeit geprägt: Was sagen uns die Bergmassive jenseits der sinnlich wahrnehmbaren Realität? Daraus entstehen Bilder, die die Ungleichheit manchmal bis zur Unlesbarkeit treiben. Dort, wo unsere eigene Lesart beginnt. Die Fotografien von Christian Dupré laden dazu ein, einen Glanz, eine Spiegelung einzufangen. Der Druck auf nepalesischem Papier verdoppelt diesen Effekt. Das Verfahren enthüllt Bewegungen und Charaktere. Die Werke werden so von Reliefs durchdrungen, in denen die Berge ihre Mähnen miteinander verflechten. Der Himalaya, die Heimat des Schnees, das Dach der Welt, mit seinen Gletschern, Seen und Flüssen, bietet sich als traumhaftes Terrain an. Hier sieht man den Menschen im Stein, den Stein im Wind, den Wind in den Haaren, der kichernd zu uns zurückkehrt. Wie ein Geheimnis, das uns hoffen lässt.

2016 I Himalaya I Einzelausstellung I Galerie la Distillerie I Bulle I Schweiz

 

DIE KUNST UND DER BUDDHA

Für seine fotografische Arbeit über Felsstatuen reiste Christian Dupré mehrmals nach Burma, zur archäologischen Stätte Po Win Taung. Ein Ort, der mit Tempeln und in den Fels gehauenen Kapellen gespickt ist, die die Geschichte des Buddhismus erzählen. Während die Malereien dieses außergewöhnlichen Heiligtums oft in Büchern reproduziert wurden, sind seine jahrhundertealten Statuen noch weitgehend unbekannt. Der Schweizer Fotograf versucht, die Atmosphäre und die Farben jedes dieser ausgegrabenen Tempel einzufangen. Er nutzt natürliche Lichtquellen, stellt sein Stativ für lange Belichtungszeiten auf und reist wie ein Pilger durch die tausend Höhlen der heiligen Stätte, um die zehntausend Buddhas zu treffen. Im Objektiv vibrieren die Steinweisen, sie scheinen zu zucken, wie Menschen, die porträtiert werden. Das Vulkangestein, das sie hervorgebracht hat, nagt nun an ihrer Silhouette, als wolle es sie wieder in seinen Bauch aufnehmen. Die menschliche Aktivität scheint mit der Natur verwoben zu sein.

1999 I Galerie Trace Ecart I Bulle I Schweiz

 

UNE HEURE AU MUSEE

EINE STUNDE IM MUSEUM Das letzte Projekt, an dem Christian Dupré derzeit arbeitet, ist ein eher spielerischer Ansatz. Es heißt „Eine Stunde im Museum“ und besteht darin, in den Ausstellungsräumen nach Lust und Laune Fotos von den Szenen zu machen, die sich dort abspielen. Ausgehend von dem Grundsatz, dass nach einer Stunde die Zeit spürbar wird, hat Christian Dupré einen Weg gefunden, die Orte des Wissens mit leichtem Herzen und wachem Auge zu durchstreifen. Er gibt sich sechzig Minuten Zeit, um das Leben vor und hinter den Museumsvitrinen, die Emotionen der Besucher unter dem Blick der besuchten Werke einzufangen.

 

DU CIEL

VOM HIMMEL Diese Auseinandersetzung mit der Landschaft zeigt sich auch in Luftaufnahmen. Ansichten aus der Luft, die Kamera auf das Fenster eines Langstreckenflugzeugs gerichtet. Das Bild wird dann mit der gleichen Idee bearbeitet: Spuren und Anhaltspunkte verwischen, sie durcheinander bringen, um sich besser in diesen abstrakten Fluchten zu verlieren. Vor diesem Bild fragt man sich, wo man sich befindet. Man wandert durch eine imaginäre Landschaft.